Emotionale Achillesferse

Emotionale Achillesferse

Meine emotionale Achillesferse ist missverstanden werden.

Habe ich gestern erst wieder erfahren.
Erinnert ihr euch an dieses Fahrgeschäft auf Jahrmärkten: Breakdancer? So in etwa könnt ihr euch meine Gedanken vorstellen, nachdem ich eine Situation erlebt habe, in der ich mich missverstanden gefühlt habe: Breakdancer in Dauerschleife.
Wild. Laut. Unruhig. Unnötig. Kreisend. Und auf lange Sicht zum Kotzen nervig.

Meistens, so auch in der Zeit von gestern bis jetzt, spiele ich die Situation dann ständig neu durch. Was hätte ich sagen, nicht sagen können? Führe Selbstgespräche. Was lerne ich daraus? Was ist eigentlich schlimm daran? Welche Rolle wird diese Sache für mich in fünf Jahren spielen? Will ich es nochmal ansprechen, klarstellen? Oder wollte mein Gegenüber mich missverstehen? Weil es gar nicht um mich ging, sondern ums Prinzip?

Was immer ein bisschen mitschwingt, ist die Sorge, was die Person(en) wohl jetzt über mich denken würden. Und der Wunsch nach Harmonie. Vielleicht weil ich, wie ich über mich denke manchmal (zu sehr?) davon abhängig mache, wie andere über mich denken.

Während der Ansager meines Grübel-Breakdance „Noch ne Runde, noch ne Runde“ ins neuronale Mikrofon ruft, meldet sich eine klitzekleine Stimme: „Ähm, ich weiß, das ist jetzt nicht die Lösung, aber was ich mal sagen möchte: Auf ne Art bin ich auch wütend… Wütend übers missverstanden werden (wollen). Über die Situation an sich. Und auch ein bisschen wütend darüber, dass es mich so beschäftigt.“

Harmonie und Wut haben nichtmal einen Buchstaben gemeinsam, geht für mich deshalb so schwer zusammen. Heut früh hab ich dann entschieden, trotzdem wütend zu sein. Es auch genauso mal auszusprechen. Nicht mehr zu verdrängen. Weil das irgendwie Energie kostet. Und vielleicht hab ich so zumindest etwas mehr Harmonie mit mir selbst.

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achtung, eine durchsage: lassen sie ihr leben nicht unbeaufsichtigt