Wie wäre es also, jeden Tag zu einem denkwürdigen zu machen?

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„Dies war für mich ein denkwürdiger Tag, da er gewaltige Veränderungen in mir bewirkte. Doch das gibt es in jedem Leben. Man stelle sich vor, ein ganz bestimmter Tag würde daraus gelöscht, und überlege dann, wie anders dieses Leben verlaufen wäre. Du, der du dies liest, halt ein und denke für einen Augenblick an die lange Kette aus Eisen oder Gold, aus Dornen oder Blumen, die dich niemals gefesselt hätte, wäre nicht an einem denkwürdigen Tage ihr erstes Glied geschmiedet worden.“ [Charles Dickens I Große Erwartungen]

Kaum eine Buchzeile der letzten Jahre hat es geschafft, mich so lange zu fesseln. Noch Wochen, ja Monate nachdem ich Dickens ‚Große Erwartungen‘ gelesen habe, schwirrt sie mir im Kopf herum. Wie sieht meine Kette aus? Hat sie viele Dornen oder mehr Blumen? Wie viele Teile fehlen ihr noch und wie werden diese aussehen? An welchen Tagen kamen die Glieder meiner Kette hinzu? Habe ich das bemerkt? Bin ich durch die Kette gefesselt, gefangen, gebunden, eingeengt oder gefesselt vor Spannung, Neugier und Aufmerksamkeit? Was hat dazu geführt, dass ich heute hier liege, mit dem Laptop auf dem Bauch, in diesem Bett, in diesem Zimmer, in dieser Stadt? Waren es die Entscheidungen, die ich getroffen habe oder die, die ich nicht getroffen habe?

Nicht jeder Tag ist ein denkwürdiger, aber viele sind es! Das verrückte ist doch, dass uns diese denkwürdigen Tage gar nicht als solche vorkommen. Wie wäre es also, einfach jeden Tag zu einem denkwürdigen zu machen?

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