Aber, da müsstest du dich ja zeigen.

Aber, da müsstest du dich ja zeigen.

Wir spazierten durch den Leipziger Frühling und erzählten einander, was uns gerade beschäftigte. Ich, von den Ideen, was vielleicht aus der Systemischen Weiterbildung entstehen könnte.
Erst vorsichtig, dann überschwänglich (weil ich ja im Grunde wusste, dass die Gedanken, bei ihr nicht auf Belächeln stoßen würden).

Dennoch kam ich nicht umhin, meine Erzählungen mit einem „Aber..“ abzuschließen.
Meine Freundin vervollständigte den Satz für mich:

„Aber, da müsstest du dich ja zeigen.“

Ja, da müsste ich mich zeigen. Möglicherweise sogar „verletzlich“ machen, mit meinen (kleinen) Träumen, den Gedanken und Ideen. Und vielleicht müsste ich Kritik aushalten (mittlerweile glaube ich: vor allem von mir selbst).

Wir entschieden, dass es ja auch irgendwie aufregend sei. So in Tippelschritten raus aus der Komfortzone zu kommen. Mal wieder Herzklopfen zu haben. Nicht zu wissen, was alles noch passiert. Was möglich sein könnte.

Zurück zuhause dachte ich an ein Gedicht von Erich Fried.

Kleines Beispiel:

Auch ungelebtes Leben geht zu Ende
zwar vielleicht langsamer wie eine Batterie
in einer Taschenlampe die keiner benutzt
Aber das hilft nicht viel:
Wenn man
(sagen wir einmal)
diese Taschenlampe
nach so-und sovielen Jahren anknipsen will kommt kein Atemzug Licht mehr heraus und wenn du sie aufmachst
findest du nur deine Knochen und falls du Pech hast
auch diese
schon ganz zerfressen
Da hättest du genauso gut leuchten können
Erich Fried

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achtung, eine durchsage: lassen sie ihr leben nicht unbeaufsichtigt