Lieben ist wie Fahrradfahren

Lieben ist wie Fahrradfahren

Lieben ist wie Fahrradfahren,
das verlernt man nich
– denke ich,
während ich meinen roten Drahtesel nach Hause schiebe –
wenn dieser verdammte Reifen doch mal aufgepumpt bliebe.

Aber:
Wer liebt, der schiebt –
sage ich und frage mich,
was das eigentlich bedeuten soll.

Vielleicht, dass ich bleibe – auch, wenn
gerade die Luft raus ist
und Du heute zu nichts zu gebrauchen bist.

Vielleicht, dass ich bleibe – auch, wenn
es mal nicht rund läuft, nur quietscht und holpert
und mein Herz beim Gedanken an dich nicht klopft, nur stolpert.

Tja.
Lieben ist wie Fahrradfahren,
Da muss man so manchen Berg überwinden,
manchmal mit dem Gefühl, dass einem dabei alle Kräfte schwinden.

Ich könnt mir ja ein neues Rad kaufen,
Das Geld wäre da.
Aber würde das dann besser laufen?
Und wäre’s so schön, wie’s mit dir bisher war?

Lieben ist wie Fahrradfahren,
da muss man in die Pedale treten,
und das am besten auch mal ungebeten.

Denn: Die Liebe ist ein Fahrrad.
Du kannst sie anschließen,
aber sicher
ist sie deshalb noch lange nicht.
 

7 Kommentare

  1. Sven
    25. Januar 2016 / 10:39

    Du hast es in schöne Worte gepackt. Der Vergleich zwischen Liebe und dem geliebten Fahrrad ist ziemlich treffend. Die Liebe ist etwas, worum es sich meist zu kämpfen lohnt, oder es zu flicken bedarf. Nur reden manche zu wenig über ihre Probleme und wenn dann mit den falschen, anstatt dem Partner. Gedankenlesen kann leider noch keiner und Tiefen gibt es überall. Ob es ein platter Reifen ist, oder die Beziehung frischen Wind braucht, aufgeben ist keine Option und wenn dann nur die allerletzte.

  2. 28. Januar 2016 / 13:04

    Liebe Anna,
    ich habe mich verliebt in deinen Blog! 😀 So gut, dass ich dich gefunden habe, genau SO EINEN BLOG habe ich gesucht (nagut, vlt etwas übereilt, nachdem ich nur die Startseite und deinen letzten Beitrag gelesen habe). Ich finde das Gedicht wirklich perfekt in seiner simplen Symbolik, die du großartig auf die Liebe übertragen hast! Ich bin wirklich begeistert! Auch der Kategoriename “Kitschimkopf” ist toll.

    Und deinen Blog insgesamt finde ich auch wahnsinnig schön, dein Logo ist der Hammer , sehr raffiniert umgesetzt (ich stehe eh auf so halb ausgeschriebene Zahlendinge). Wofür steht Einundzwanzigzwei?

    Ich lese jetzt direkt noch was und pack dich auf mein bloglovin <3

    Liebe Grüße
    Franzi von Großstadtpoesie

    • Anna
      Anna
      29. Januar 2016 / 23:14

      Hey Franzi,
      es freut mich sehr, dass dir der Blog gefällt (ich hoffe natürlich auch noch beim genaueren Lesen 😉 )
      Einundzwanzigzwei setzt sich aus meinen beiden Lieblingszahlen 21 und 2 zusammen. Vielleicht sollte ich mal einen Artikel darüber schreiben, was mir diese Zahlen bedeuten.

      Ganz liebe Grüße
      Anna

      P.S.: Das schöne Logo ist auf dem Mist meiner wunderbaren Freundin Rina entstanden – mehr von ihr gibt’s auf http://www.new-habits.de

  3. 28. Januar 2016 / 14:11

    Was für ein toller Text. Macht nachdenklich.
    Ich denke, zurzeit werfen die meisten ihr altes Fahrrad bei der ersten Macke auf den Schrott und kaufen sich einfach ein neues.
    Gut, dass du das nicht so machst.

  4. 29. Januar 2016 / 18:04

    Das ist wirklich ein guter und sehr treffender Text.
    Grad das mit den Höhen und Tiefen überwinden und auch mal was reparieren zu müssen ist ein guter Vergleich. Ich finde es geben viel zu viele einfach auf, wenn mal eine schwere Zeit anbricht und die Luft ein wenig raus ist. Dabei geht es ja auch darum solche Zeiten mal einfach durchzustehen.

  5. 1. Februar 2016 / 11:40

    Dankeschön für deine lieben Worte zu meinen Fotos!!

  6. 4. Februar 2016 / 14:41

    Tolles Gedicht, Text oder wie man es auch nennen mag! Normalerweise kann ich Gedichten nichts abgewinnen, deins hat mich dagegen echt begeistert 🙂

    Liebste Grüße
    Sarah von https://sarahsecrecy.wordpress.com

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